Rück- und Ausblick (Dezember 2012)

Steinig, kurvenreich und manchmal mit Sackgassen und unverhofften Hindernissen versehen ist der von der Politik vorgegebene Weg der Energiewende.

Für unsere Bürgerenergiegenossenschaft sind hierbei manche Entscheidungen nicht nachvollziehbar bzw. für unser Engagement häufig kontraproduktiv.

Gleichwohl haben wir heuer mit der Installation von PV-Anlagen in Nabburg und Oberviechtach und der, wenn auch kleinen Beteiligung an einer Windkraftanlage im Raum Berching, den Einstieg in den Bereich der erneuerbaren Energien getätigt.

Es gestaltet sich zunehmend, aufgrund der Hürden die von der politischen Seite aus aufgebaut werden, als schwierig, weitere Projekte auf den Weg zu bringen.

Im "Stamm-Landkreis" Schwandorf ist nur Raum für ca. 50 Windräder.

Wir wollen uneren Anteil daran haben und sind dabei, geeignete Formen des Engagements zu finden. Wenn auch der Anteil der Förderung zunehmend reduziert wird, versuchen wir im kommenden Jahr weitere PV-Anlagen zu installieren. Vielversprechende Sondierungen und Gespräche wurden und werden hierzu im Bereich Nabburg geführt.

Das kommende Jahr bietet für die Bemo gerade im nördlichen Bereich des Landkreises einen Lichtblick.

Ziel unserer Anstrengungen soll es jedoch für 2013 sein, dass die Bemo flächendeckend im gesamten Landkreis Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien installiert und betreibt.

Hierzu ist es erforderlich, dass der Gedanke der Genossenschaft nicht nur in einer finanziellen Beteiligung, sondern auch raumgreifend über Projekte umgesetzt wird.

 

Ernst Georg Bräutigam

Vorstand

Kommentar (Oktober 2012)

Windkrafanlagen /Der Landkreis Schwandorf immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte

Das Landratsamt Schwandorf lehnt die immissionsschutzrechtliche Genehmigung einer Windkraftanlage im Raum Oberviechtach bei Niesaß ab.

Während im westlichen Bereich der Oberpfalz, im Landkreis Neumarkt, auf dem Höhenzug des Juras, ein Windrad nach dem anderen gebaut wird, herrscht bei uns Stille.

Dabei wollen die Mitglieder der bemo neben der Energiegewinnung durch PV-Anlagen dringend auch in die Windenergie einsteigen.

Ein Schritt hierfür wurde bereits im Sommer, mit einer, wenn auch relativ geringen Beteiligung, am Windpark Berching getätigt.

Sollte die Genehmigung von Windrädern im Landkreis Schwandorf weiter auf sich warten lassen, stellt sich für die bemo die Frage, ob der Begriff Region nicht etwas weiter gefasst werden sollte.

Beteiligungen im Landkreis Neumarkt und Amberg/Sulzbach-Rosenberg sollten dann in die Überlegungen einbezogen werden.

Ernst Georg Bräutigam

Kommentar (September 2012) minimieren

Die Umwelttechnologie entwickelt sich, entsprechend einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ vom 12. September 2012, zum großen Geschäft.

Allein von 2007 bis 2012 wuchs die deutsche „Greentech“-Branche jährlich um 12 Prozent.

Langfristig gibt es keine Alternative zu einer nachhaltigen Umgestaltung der Ökonomie, in der wirtschaftlicher Erfolg, der Schutz der natürlichen Lebengrundlagen, sozialer Zusammenhalt und die Wahrnehmung internationaler Verantwortung ins Gleichgewicht gebracht werden.

Bis 2025 könnte der Anteil der grünen Technik am Bruttoinlandsprodukt bis 15 Prozent wachsen.

Derzeit liegt er bei 11 Prozent.

Statt heute 1,4 Millionen könnten die Branchen dann 2,4 Millionen Menschen Arbeit geben.

Ernst Georg Bräutigam

 

Wie viel Energie ließe sich aus Wind gewinnen, würde man die gesamte Welt mit Rotoren zupflastern?

In einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 11. September 2012 wird dieser Frage nachgegangen.

Forscher würden vier Millionen Windräder auf dem Meer und in den Wüsten aufstellen.

Die Forscher der Stanford und Delaware Universitäten (USA) haben errechnet, dass der zukünftige Energieverbrauch der Menschheit mit 80 Terawatt durch Windleistung abgedeckt werden kann. Dies stellt das Siebenfache des Weltbedarfs (2030) dar.

Statt verstreuter kleiner Flecken, schlagen die Forscher vor, sollten Gebiete wie die Sahara, die Wüste Gobi oder das amerikanische Flachland in Betracht gezogen werden.

Aus meiner Sicht sprechen jedoch eher politische Überlegungen dafür den begonnenen Weg von Windparks in der Nähe der Verbraucher zu installieren. Gerade die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Abhängigkeit von Staaten mit instabilen Verhältnissen problematisch ist.

Ernst Georg Bräutigam